Ein Nachmittag voller Erinnerungen im Heimathaus Hauenhorst
Hauenhorst. Am Sonntag, 23. November, wurde das Heimathaus Hauenhorst zum Schauplatz einer bewegenden Zeitreise. Die Veranstaltung mit dem Titel „Und plötzlich ist alles wieder da“ zog bereits früh zahlreiche Gäste an. Schon um 10.30 Uhr kamen die ersten Besucher, um sich gute Plätze für den Bildervortrag von Rainer Kohl zu sichern.
Der Heimatverein Hauenhorst, der Arbeitskreis Historische Filmdokumente, die Geschichtswerkstatt Hauenhorst und das Metropoli – Kino für kleine Leute bedanken sich herzlich für die gute Zusammenarbeit und für das Gelingen dieser besonderen Veranstaltung.
Erinnerungen an die Dampflokzeit
Den Auftakt bildete der Bildervortrag „Rheiner Dampflokomotiven und die Emslandstrecke“ von Rainer Kohl. Er zeigte nicht nur seine eindrucksvollsten Fotografien, sondern erzählte auch mit viel Fachwissen und Leidenschaft von der Geschichte der Dampflokzeit und den verschiedenen Baureihen. Viele der anwesenden Eisenbahnfreunde hörten gebannt zu, besonders ehemalige Eisenbahner, die eigene Erlebnisse ergänzten.
Als Überraschung brachte Rainer Kohl ein Geschenk mit: Er überreichte den Organisatoren die erste Ausgabe der Schriftenreihe „Rheiner Dampf“ aus dem Jahr 1972. Damit ist die Sammlung der Reihe nun vollständig.
Auch der Hobby-Eisenbahnhistoriker Jürgen Mutschler war angereist. Er stellte das neue Jahrbuch des Kreises Steinfurt vor, in dem ab Seite 158 ein ausführlicher Bericht über die Wasserversorgung für Dampflokomotiven im Bahnbetrieb Rheine zu finden ist. Ein Thema, das tief in die regionale Eisenbahngeschichte hineinleuchtet.
Unter den Gästen waren zudem Thomas Wermers, erster Vorsitzender von Westfalendampf, sowie Simon Fontaine, Heizer auf den beliebten Sonderfahrten mit Dampflokomotiven. Der Austausch unter Eisenbahnfans war lebhaft und herzlich.
Rainer Kohl ist außerdem Herausgeber des Dampflokkalenders „Rheine – die letzte Bastion der Dampflokzeit“. Der Kalender wurde während der Veranstaltung angeboten und ist weiterhin in der Geschäftsstelle der Münsterländischen Volkszeitung in Rheine erhältlich.
Während draußen bereits der Mittagsimbiss vorbereitet wurde, blieb im Saal noch lange Zeit für Gespräche, Erinnerungen und Fachsimpeleien.
Premiere historischer Firmenfilme
Nach der Mittagspause setzte sich das Programm mit einem besonderen Höhepunkt fort. Erstmals wurden historische 16-mm-Filme aus Rheine gezeigt, die ab 1935 entstanden. Das Team um Heinz Schulte hatte dafür einen Originalprojektor aufgebaut.
Der 42-minütige Film zeigte bewegende Szenen aus dem Betriebsleben des Kaufhauses Sudholt sowie aus dem Unternehmen Anton Lammers. Besonders emotional wurde es für Familienangehörige beider Firmen, die unter den Gästen waren und Eltern oder Großeltern auf der Leinwand wiedererkannten. Immer wieder war ein leises „Das ist doch…“ im Saal zu hören – ein Moment, der spürbar berührte.
Hier wurde das Motto des Tages greifbar: Und plötzlich ist alles wieder da.
Abschluss mit einer Liebesgeschichte
Im letzten Teil der Veranstaltung lief der Film „Und plötzlich ist alles wieder da“, eine wahre Liebesgeschichte aus der Region, die in den 1980er-Jahren von der Autorin Brigitte Fink verfilmt wurde. Sie war gemeinsam mit ihrem Mann Hartmut anwesend und erläuterte den Gästen die Hintergründe ihres Films.
Während der Vorführung herrschte absolute Stille. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer ließen sich tief in die Handlung hineinziehen. Nach dem Abspann blieben einige noch, um sich über ihre Eindrücke auszutauschen. Die Atmosphäre war ruhig, nachdenklich und erfüllt von persönlichen Erinnerungen.
Ein Tag voller Dankbarkeit und Verbundenheit
Die Veranstalter zeigten sich am Ende des Tages dankbar für die große Resonanz und die vielen emotionalen Momente. Die Mischung aus historischen Bildern, lebendigen Erinnerungen und persönlichen Begegnungen machte diesen Sonntag zu einem besonderen Erlebnis, das den Besucherinnen und Besuchern lange in Erinnerung bleiben wird.
