{"id":808,"date":"2025-05-25T20:14:30","date_gmt":"2025-05-25T18:14:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heimatverein-hauenhorst.de\/?p=808"},"modified":"2025-05-25T20:31:00","modified_gmt":"2025-05-25T18:31:00","slug":"pianola-trifft-cello","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatverein-hauenhorst.de\/?p=808","title":{"rendered":"Pianola trifft Cello"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal braucht es nur eine ge\u00f6ffnete Bodenluke, um musikalische Grenzen zu \u00fcberschreiten. Das Heimathaus Hauenhorst wurde am Sonntagabend zur B\u00fchne eines ganz besonderen Experiments: Unter dem Titel \u201ePianola trifft Cello\u201c begegneten sich dort Vergangenheit und Gegenwart, mechanisches Spiel und lebendige Interpretation, in einem Konzert, das nicht nur T\u00f6ne, sondern auch R\u00e4ume erf\u00fcllte.<br>Die Szenerie h\u00e4tte nicht stimmungsvoller sein k\u00f6nnen. Zwischen liebevoll arrangierten Ausstellungsst\u00fccken und nostalgischen M\u00f6beln versammelten sich 30 G\u00e4ste \u2013 20 von ihnen sa\u00dfen im Obergeschoss, direkt vor dem historischen Selbstspielklavier und der Cellogruppe AmiCelli, zehn weitere verfolgten das Geschehen per Live-\u00dcbertragung unten in der Diele. Dank der ge\u00f6ffneten Deckenluke und der installierten Kameratechnik war nicht nur Sicht-, sondern auch H\u00f6rverbindung gegeben \u2013 eine Premiere in der Geschichte des Heimathauses.<br>Der Auftakt war ebenso charmant wie \u00fcberraschend: Mit Franz L\u00e9hars \u201eGern hab\u2019 ich die Frau\u2019n gek\u00fcsst\u201c erklangen Pianola und sechs Celli gemeinsam \u2013 ein Dialog zwischen Technik und Gef\u00fchl, einerseits pr\u00e4zise auf einer Rolle gelocht und gleichzeitig menschlich beseelt gespielt. Andreas Galle, Vorsitzender des Heimatvereins Hauenhorst\/Catenhorn, begr\u00fc\u00dfte das Publikum herzlich und richtete seinen Dank an Gisela S\u00f6der, Leiterin der Cellogruppe, sowie an J\u00f6rg Na\u00df, dem Restaurator des Pianolas, f\u00fcr die Idee und die intensive Vorbereitung.<br>Na\u00df selbst sprach in seiner kurzen Einf\u00fchrung weniger von einem Konzert als vielmehr von einem \u201eExperiment\u201c. Und in der Tat: Noch nie zuvor war das Obergeschoss des Heimathauses zur B\u00fchne geworden. Doch der Klang der Celli, erg\u00e4nzt durch das leise Rumpeln des selbstspielenden Klaviers, fand m\u00fchelos seinen Weg durch die R\u00e4ume und erzeugte eine ganz eigene Magie.<br>Der Abend nahm in wechselnden Programmpunkten seinen Lauf. AmiCelli pr\u00e4sentierte ein feinf\u00fchliges \u201eMorning has broken\u201c, gefolgt vom Pizzicato aus Delibes\u2019 Ballet \u201eSylvia\u201c \u2013 einer t\u00e4nzerisch-zupfenden Passage, eingespielt auf dem Pianola. Mit \u201ePlaisir d\u2019Amour\u201c und \u201eEl Choclo\u201c setzten die Cellisten emotionale Akzente, ehe das Pianola mit der \u201eTangoprinzessin\u201c zu t\u00e4nzeln begann. Offenbachs \u201eBarcarole\u201c, Sinatras \u201eMy Way\u201c und spanische T\u00e4nze wechselten sich ab \u2013 jedes St\u00fcck ein kleines Juwel, sorgf\u00e4ltig abgestimmt auf die jeweilige Klangfarbe des Instruments.<br>Der H\u00f6hepunkt des Abends war zweifellos das gemeinsame Finale mit Schuberts \u201eSt\u00e4ndchen\u201c \u2013 ein Moment, in dem sich menschliches Spiel und mechanische Pr\u00e4zision in vollkommener Harmonie begegneten. Der anschlie\u00dfende langanhaltende Schlussapplaus zeigte, wie sehr das Publikum von diesem ungew\u00f6hnlichen und zugleich ber\u00fchrenden Konzerterlebnis begeistert war.<br>Renate Heider vom Heimatverein bedankte sich abschlie\u00dfend mit kleinen Geschenken bei den Mitwirkenden \u2013 doch der Abend war noch nicht vorbei. J\u00f6rg Na\u00df \u00f6ffnete das Pianola und gab Einblick in die feinmechanische Welt der pneumatischen Steuerung, der gelochten Notenrollen und filigranen B\u00e4lge. Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen, dem viele G\u00e4ste aufmerksam folgten.<br>In den anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4chen zeigte sich nicht nur Freude, sondern auch der Wunsch nach Wiederholung. Vielleicht wird dieses Experiment also zur Tradition \u2013 die ge\u00f6ffnete Bodenluke w\u00e4re jedenfalls bereit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Pianola trifft Cello \u2013 Konzert im Heimathaus Hauenhors\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/6YNNoSc8BpA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal braucht es nur eine ge\u00f6ffnete Bodenluke, um musikalische Grenzen zu \u00fcberschreiten. 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