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Geschichte
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Hauenhorst - Die Geschichte eines Dorfes
von Josef Düttmann
Um 1700 breiteten sich in Brochtrup
und Hauenhorst noch große Ödlandflächen aus,
die zum münsterschen Heidesandgebiet gehörten. Zähe
Bauernarbeit machte aus den Ödlandflächen Ackerland,
Wiesen und Weiden. Kleinbauern und Kötter bearbeiteten selten
mehr als 8 Morgen Land. Große Reichtümer konnten die
Bauern auf ihrer Scholle nicht erwerben. Sparsam und genügsam
mußte man sein, um mit dem Ertrag auszukommen.Der Bauer
kannte in der Hauptsache nur den ewigen Roggenanbau. Der Roggen
wurde immer wieder eingesät, ohne daß die Erträge
geschmälert wurden. Man baute zum Beispiel auch Weizen am
Waldhügel an, außerdem Raps, Hafer, Gerste, Buchweizen,
Flachs und Hanf.Die Heuerleute waren für den Hofbesitzer
wichtige Arbeitskräfte, auf die er nicht verzichten konnte.
Dennoch ging in der Mitte des vorigen Jahrhunderts mit der beginnenden
Industrialisierung und Technisierung das Heuerlingswesen zu Ende.
Die Heuerleute lösten sich durch Landkauf aus dem Abhängigkeitsverhältnis
zum Hof und wandten sich lukrativen Arbeitsplätzen zu. Die
nachgeborenen Kinder auf den Höfen, die nicht das Glück
hatten, auf einen anderen Hof zu heiraten, blieben zu Hause und
übernahmen die Schafe oder die Bienen des Hofes zur Betreuung.
Ein Knecht erhielt um 1800 als Jahreslohn 6 bis 8 Taler und eine
Magd 5 Taler. Tagelöhner und Handwerker bekamen pro Tag
neben freier Kost 25 Pfennig, die Näherin dagegen 15 Pfennig.
Ein Kalb kostete zu der Zeit 1 Taler, eine Kuh 8 Taler. Ein Knecht
verdiente also im ganzen Jahr den Wert einer Kuh.
Wenn auf dem Heimischen Boden wenig Feldarbeit anfiel, ging ein
Teil der Bevölkerung ins benachbarte Holland, um dort durch
Torfstechen und Grasmähen das notwendige Bargeld zu verdienen.
In dieser Zeit erhielten die Hollandgänger 80 bis 100 Gulden,
wovon die Kosten für Unterkunft und Verpflegung abgingen.
Um die wirtschaftliche Lage der Hauenhorster Bauern in der ersten
Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu charakterisieren und
Wissenswertes über die Flurnamen und Höfegeschichte
zu erfahren, möchte ich die Abhandlung von Oberstudienrat
Dr. Josef Tönsmeyer aus der Münsterländischen
Volkszeitung vom 15.02.1964 bringen. |
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Objekte waren die Hauenhorster List-
und Binnenmark und die Gemeinheit Waldhügel. "Nach
dem Martinitage 1810 gibt es nur noch freie Leute", so heißt
es in dem Edikt des Freiherrn vom Stein vom 9. 10. 1807. Damit
war nach Jahrhunderten der Erbuntertänigkeit endlich die
Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben. Doch brachte dieses Edikt
vorerst nur die persönliche Freizügigkeit. Erst Staatskanzler
von Hardenberg verfügte die Aufhebung der dinglichen Lasten
und Abgaben, der Gerechtsamen und Verbindlichkeiten gegen eine
Entschädigung. Zur Durchführung dieser sogenannten
Ablösung wurde in Münster die königliche Generalkommission
geschaffen, die in den Jahren von rund 1820 bis 1860 ein umfangreiches
Arbeitsprogramm bewältigt hat.Es war ihre Aufgabe, die General-
und Spezialteilung der Allmende vorzunehmen. In der Generalteilung
wurden die ausgedehnten Gemeinheitsgründe in ihrem Umfange
erfaßt, zerschlagen und auf die einzelnen Gemeinden und
Bauerschaften anteilmäßig aufgegliedert. |
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Damit wurden die politischen Grenzen
der Dorfgemeinden fest umrissen. Der Spezialteilung blieb es
dann vorbehalten, aus der jeder Gemeinde zugewiesenen Teilungsmasse
den einzelnen Bauern ihren gebührenden Anteil als Privatbesitz
zu übereignen. Ein großes Aufgebot von Geometern und
Taxatoren begann mit der Vermessung der Allmende, der Festlegung
der Wege und Gräben, der Bonitierung des Geländes und
der Feststellung der noch auf den Fluren lastenden Vorrechte.
Bis zur Aufteilung hatte die Allmende vielfacher gemeinsamer
Nutzung gedient, als Hude, zum Plaggenstechen, zum Torfstich,
zur Gewinnung der Brennbülte als Feuerungsmittel, zur Anlage
von Röthegruben für die Verarbeitung von Hanf und Flachs,
zur Holzgewinnung und zur Sand- und Lehmentnahme in den dafür
bezeichneten Gruben.Durch mehrmalige Veröffentlichungen
im Amtsblatt der Regierung zu Minden, im Westf. Merkur und im
Münsterschen Intelligenzblatt wurde die bäuerliche
Bevölkerung auf die bevorstehende Teilung aufmerksam gemacht.
Die Aufteilung erfolgte gewöhnlich nach der Meierqualität.
Über jede General- und Spezialteilung wurde ein von den
beteiligten Bauern unterschriebener Rezeß angefertigt.
Diese Rezesse können für den Heimatforscher eine ergiebige
Fundgrube volkskundlichen Quellenmaterials werden.
Nachdem die Bauern Schulze Höping und Hermeler-Hinterding
aus Mesum die Teilung der in der Bürgermeisterei Rheine
belegenen Hauenhorster List- und Binnenmark bei der königlichen
Generalkommission in Münster beantragt hatten, wurde das
Verfahren zur Zerschlagung der Gemeinheiten und ihrer Überführung
in Privatbesitz eingeleitet. Teilungsobjekte waren die Hauenhorster
List- und Binnenmark und die Gemeinheit Waldhügel. Sie umfaßten
eine Gesamtfläche von 624 Morgen, 78 Ruthen. Von dieser
Teilungsmasse wurden zunächst 9 Morgen zur Anlage von Röthegruben
oder Wegebesserungsplätzen abgezogen, die weiterhin im Gemeindebesitz
verblieben. Ein weiteres Areal von 39 Morgen war für Straßen
und Wege innerhalb der Feldflur vorgesehen. Die öffentlichen
Kommunikations- und Kulturwege, zu deren Instandsetzung und Erhaltung
sich die beteiligten Bauern verpflichteten, wurden in ihrem Verlaufe
genau festgelegt. |
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Gleichzeitig mit der Vermessung
der Allmende durch die Geometer setzte die Bonitierung durch
Sachverständige ein. Die zur Teilung anstehenden Flurbezirke
Listmark, Binnenmark und Waldhügel wurden in fünf Klassen
eingestuft, wobei die erste Klasse zu vier, die fünfte zu
einem halben Taler geschätzt wurde. Nach dieser Einstufung
und Festsetzung des Taxwertes pro Morgen kann die Hauenhorster
Allmende als landwirtschaftlich wenig ergiebiges Gelände
charakterisiert werden. Der Taxwert der 576 Morgen wurde auf
1537 Taler, 14 Groschen veranschlagt.Die TeilnehmerEs war die
Aufgabe der Hauenhorster Bauerschaft, auf Grund der bisherigen
Nutzung dieser Flurbezirke den Kreis der teilungsberechtigten
Bauern und Kötter aus Hauenhorst selbst und den Nachbargemeinden
zu bestimmen. Da die Neubauern und Heuerlinge im allgemeinen
keine Berechtigung an der Allmende nachweisen konnten, ergab
sich folgender Bauernkatalog: |
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Aus H a u e n h o r s t die Bauern
:
Hermann Heinrich Wöhrmann (Haus Nr. 1)
Bernhard Heinrich Gahrmann (2)
Bernhard Heinrich Naber (3)
Joh. Gerhard Stoermann, gen. Knüver (4)
Theodor Vark, gen. Nahlmöller (5)
Joh. Bernh. Josef Feistmann (6)
Wwe. Anna Kath. Frohnes, geb. Dieckmann (12)
Hermann Heinr. Hapke (13)
Joh. Bernhard Storm (14)
Joh. Hermann Filker (15)
Wwe. Adelheid Werning (16)
Gerh. Bernhard Lücke (17)
Gerh. Heinrich Weßling (18)
Bernhard Hörling (19)
Bernhard Hovekamp (20)
Joh. Gerhard Waldman (21)
Joh. Hermann Hönekamp geb. Johanning (22) |
Die Kötter:
Wwe. Gertrud Feistmann (Haus Nr. 7)
Hermann Niemer (8)
Georg Vennemann, gen. Lütkemeyer (9)
Gerh. Hermann Bülter (10)
Theodor Ruvers, gen. Pohlmann (11)
Gerh. Exler, gen. Vogelsang (23)
Bernh. Heinrich Brameyer (25)
Joh. Gerh. Keus, gen. Nieweler (26)
Gerhard Bicke gen. Tegeder (27)
Joh. Gerhard Mersmann, gen. Rahmeyer (28)
Für die Kapelle: Joh. Bernhard
Storm als Vorsteher der Kirchengemeinde.
AusMesum: Schulze B. Höping
und H. Hermeler
Aus Catenhorn: Hüsing und
Upmann |
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Weber Joh. Gerhard Ruhe als Vertreter
für Salineninspektor Anton Ratersaus Rheine-Bentlage, Besitzer
des Lauskottens,
früherer Schullehrer Joh. Gerh. Gausling für die Schule,
jetziger Schullehrer Gerhard Feistmann und Schulvorsteher Kolon
Waldmann |
Die Vorabfindungen
Zu den vorbereitenden Maßnahmen
der deputierten Bauern von Hauenhorst gehörte es auch, etwaige
über die allgemeine Nutzung hinausgehende Vorrechte an der
Mark auf ihre Rechtmäßigkeit zu prüfen und vor
der Spezialteilung abzugelten oder Sonderverdienste zu belohnen.
So erhielt der frühere Schullehrer Gausling als Anerkennung
für seine Verdienste um den Bau der Kapelle und der Schule
eine Fläche von vier Morgen zum Taxwert von 16 Talern. Die
Kapelle und die Schule zu Hauenhorst erhielten ebenfalls je vier
Morgen, und als Spielplatz für die Schuljugend wurden 40
Ruthen abgetrennt. Die Bauern Hüsing und Upmann aus Catenhorn
wurden als Ablösung ihrer Hudegerechtsame und des Rechts
zum Plaggenhieb in der Allmende mit je drei Morgen und Bauer
Storm aus Hauenhorst für sein Recht des Plaggenstichs mit
zwei Morgen abgefunden. Unter Einbeziehung dieser 21 Morgen an
Vorabfindungen betrug der Flächeninhalt der Gesamtteilungsmasse
576 Morgen mit einem Taxwert von 1 537 Talern. |
Die Spezialteilung
Die endgültige Aufteilung
dieser bisherigen Allmende wurde flurweise durchgeführt.
Die Listmark in Größe von 106 Morgen zum Taxwert von
295 Talern wurde unter die Hauenhorster Bauern Niemer, Vennemann,
Bülter, Pohlmann, Frohnes, Hapke, Storm, Eilker, Werning,
Lücke, Weßling, Jörling und Hovekamp und Höping
und Hinterding aus Mesum aufgeteilt. Die Teilung erfolgte nach
der Maßgabe, daß die ersten vier Bauern von 26 gleichen
Teilen je ein Teil im Werte von 11 Talern, die übrigen je
zwei Teile im Werte von 22 Talern erhielten. Die Binnenmark in
Größe von 418 Morgen im Werte von 1130 Talern und
das Gelände der Waldhügel in Größe von 30
Morgen zum Werte von 57 Talern wurden den teilungsberechtigten
Bauern aus Hauenhorst und Mesum zugesprochen.
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Neue Flurordnung am 26.09.1842 in Kraft
Nach Aufteilung der drei Flurbezirke Listmark,
Binnenmark und Waldhügel und ihrer Überführung in das
Privateigentum der beteiligten Bauern aus Hauenhorst, Mesum und Catenhorn
hörte jede gemeinsame Nutzung der früheren Allmende auf. Die
Bauern verpflichteten sich, die Kosten der Spezialauseinandersetzung
anteilmäßig zu tragen, wobei die beiden Mesumer Bauern je
10 Taler beisteuerten. Kapelle und Schule zu Hauenhorst blieben von
der Zahlung befreit. Mit der Eintragung des neuen Privatbesitzes in
das Grund- und Hypothekenbuch mußten die Eigentümer davon
die Grundsteuer entrichten. Da keine Einwendungen oder Nachforderungen
einliefen, konnte der Rezeß durch die Teilnehmer am 13.06.1842
unterzeichnet werden, wobei der Geometer Peikenkamp aus Lengerich als
Zeuge für die eigenhändige Signierung der Kreuzelschreiber
zeugte. Unter den etwa 35 unterzeichnenden Bauern und Köttern waren
12 Kreuzelschreiber. Mit der endgültigen Bestätigung durch
die königliche Generalkommission zu Münster vom 26.09.1842
trat die neue Flurordnung in Hauenhorst in Kraft.
(Soweit Dr. Josef
Tönsmeyer)
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Dank der Meliorationstätigkeit
des Kreis- Meliorationsbauamtes, der Wassergenossenschaften einzelner
Gemeinden, der landwirtschaftlichen Winterschule in Wellbergen
und des Ausbaus des Kreisstraßennetzes verringerten sich
die Ödlandflächen- In Hauenhorst und Brochtrup begann
das große Werk zäher Bauernarbeit. Die Landwirtschaft
ging von der Handarbeit zur Maschine über, besonders in
der Grünwirtschaft, wo Grasmähmaschinen, Heuwender,
Pferde- und Schwadenrechen und Maschinen zum Auf- und Abladen
verwandt wurden. Auch die Bearbeitung des Ackerlandes mit Winterroggen,
Hafer, Winterweizen, Winter- und Sommergerste, Sommerroggen,
mit Hackfrüchten, Kartoffeln, Rüben, mit Futterpflanzen
und Klee war fortschrittlich, was Bodenlockerung, Düngung
und Saatgut angeht. Hack- und Drillmaschinen beseitigten das
Unkraut, bei der Ernte ersetzte die Maschine Sichel und Sense.
Die Viehzucht nahm auch am Fortschritt teil. Pferdezuchtvereine,
Reitervereine und Deckstationen bemühten sich um die Zucht
edler Pferde. Niederungsvieh und Milchkühe wurden sehr geschätzt.
Die Geflügelzucht begann. Die Eiersammelstelle lieferte
die Ware ins Industriegebiet. Der Gemüseanbau wurde nach
holländischem Muster organisiert. Über die Geschichte
der Bauerschaft Hauenhorst im ausgehenden 18. Jhd., bei Beginn
des 19. Jahrhunderts berichten die Schulakten von Hauenhorst
des Staatsarchivs in Münster. |
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Die Hauenhorster Schule wird erstmals
bekannt als Kapellenschule im Jahre 1783. Ihr erster Lehrer war
Bernhard Hermann Schilling, der an der Nebenschule zu Hauenhorst
als Schulmeister tätig war. Er war von Beruf Weber, stammte
von der holländischen Grenze und hatte sich 1780 in Hauenhorst
niedergelassen, wo er im Sommer als Tagelöhner bei den Bauern
arbeitete und im Winter in seiner armseligen Webstube ein paar
freiwillige Schüler in der Religion und in der Kunst des
Lesens unterrichtete. Zuerst wohnte er in dem Backhause des Kötters
Vogelsang am Waldhügel. Später räumte man ihm
eine durch eine Bretterwand abgetrennte Stube im Kapellenhause
ein, wo er um l800 etwa 25 Schulkinder versammelte.
1783 wurde die Kapellenschule erbaut. Der letzte regierende Fürstbischof
von Münster, Max Franz, Erzherzog von Österreich, erteilte
im Jahre 1790 den Patres des Franziskanerklosters St. Josef zu
Rheine die Erlaubnis, in dieser der Gottesmutter geweihten Kapelle
an allen Sonn- und Feiertagen eine Frühmesse für die
Bewohner von Hauenhorst, Brochtrup und Catenhorn zu feiern. Zu
Ostern, Pfingsten und am Patronatsfest aber hatten die Gläubigen
weiterhin am Gottesdienst in der Mutterpfarrei St. Dionys in
Rheine teilzunehmen. Zur Unterstützung des Schulmeisters
hatten die Rheiner Franziskaner auch die religiöse Unterweisung
der wenigen Schulkinder übernommen. Nach der Jahrhundertwende
aber reichte die Kapellenschule nicht mehr aus, so daß
in der Gemeinde der Wunsch nach einem Neubau mit der Trennung
von Gotteshaus und Schule laut wurde. Schon um Michaelis des
Jahres 1808 war der Neubau von Kapelle und Schule vollendet.
Das neue Gotteshaus war ein massives Gebäude, dessen Grundriß
bei den Schulakten im Staatsarchiv zu Münster liegt. Dieser
zweite Kapellenbau hat bis zur Einweihung der jetzigen Kirche
der Gemeinde als Gotteshaus gedient.
1862 tauchte der von der Behörde unterstützte Plan
auf, für die drei Bauerschaften Hauenhorst, Brochtrup und
Catenhorn mit einer Schülerfrequenz von etwa 90 Kindern
an günstiger Stelle ein neues Schulgebäude zu errichten.
Da aber die Bauerschaftsvertreter sich über die Lage und
Kosten nicht einigen konnten, wurde das Schullokal in Hauenhorst
erweitert. Da die Schulerweiterung im Jahre 1862 keine langfristige
Lösung der Schulraumfrage ergeben hatte, wurde 1874 das
alte Schulhaus zur Lehrerwohnung umgebaut. Für 1100 Taler
erstellte man unmittelbar daran einen kleinen Neubau für
den Flur und einen Klassenraum. Im Kaiserreich wurde es üblich,
die Revision einer Schule mit der Aufstellung einer Schulmatrikel
zu verbinden. Die erste Matrikel der Schule vom 19. 10. 1875
zu Hauenhorst zeigt folgendes Bild: Seelenzahl 282, Schulkinder
57, Schulhaus massiv, erbaut 1874. |
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Die Bauerschaften Hauenhorst, Brochtrup
und Catenhorn gehörten bis zur Hälfte des vergangenen
Jahrhunderts zur Bürgermeisterei Rheine. Von diesem Zeitpunkt
an wurden Stadt und Land Rheine getrennt verwaltet. 1856 wurde
die westfälische Eisenbahn Emden - Rheine - Münster
Hamm und im Jahre 1876/77 die rheinische Eisenbahn Duisburg
- Coesfeld - Burgsteinfurt - Hauenhorst - Rheine - Quakenbrück
gebaut- Ich erwähne das, weil der Ortskern von Hauenhorst
in dieser Bahngabel liegt. Um diese Zeit sind immer noch Ackerbau
und Viehzucht die Einnahmequellen der Bewohner unseres Ortes. |
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Im Jahre 1902 wird die neue Kirche
fertiggestellt und am 2. Juli von Herrn Pfarrer Pietz aus Rheine
im Auftrage des Bischofs von Münster Hermann geweiht. So
hat diese Kirche bereits fast 95 Jahre den Einwohnern von Hauenhorst
und Catenhorn als Gotteshaus gedient. |
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Schon seit Jahren wünschten
sich die Bewohner von Hauenhorst und Catenhorn an der Eisenbahnstrecke
Rheine - Coesfeld - Oberhausen eine Haltestelle. Trotz vieler
vergeblicher Bemühungen wurde die Haltestelle letztlich
doch genehmigt. Seit 1902 war Hauenhorst Bahnstation.
Von der Möglichkeit, mit dem Zuge nach Rheine oder in die
Kreisstadt Burgsteinfurt fahren zu können, wurde bis 1981
rege Gebrauch gemacht, sie fiel dann allerdings den Rationalisierungsmaßnahmen
der Bundesbahn zum Opfer und wurde stillgelegt.
1906 verkaufte der Kirchenvorstand die alte Kapelle für
RM 150 an den Kolon Clemens Storm, genannt Hönekamp. Sie
wurde noch im gleichen Jahr abgebrochen. Im Jahre 1918 setzte
der Ausbau der Bahnanlagen des Rangier- und Verschiebebahnhofs
Rheine ein, der fast ausschließlich in der Feldflur von
Hauenhorst angelegt wurde. Weil viele Eisenbahnbedienstete sich
in Hauenhorst ansiedelten, stieg die Schülerzahl sprunghaft
an. |
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1924 wurde nach langen Verhandlungen
eine zweiklassige Schule mit Lehrerwohnung neu erstellt. In den
zwanziger und dreißiger Jahren wuchs die Schülerzahl
stetig, so daß 1939, noch kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges,
die zweiklassige Schule um noch weitere zwei Klassen erweitert
wurde. Mit der seit dem Ende des 2. Weltkrieges rasch anwachsenden
Einwohnerzahl, die am 01.12.1962 auf 1668 Einwohner angestiegen
war, wuchs auch die Schülerfrequenz. Den 228 Schulkindern
standen im Jahr 1962 nur vier Klassenräume zur Verfügung.
1964 wurde das Schulgebäude von 1924 bzw. 1939 durch einen
modernen Schultrakt und eine geräumige Pausenhalle erweitert. |
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1973 wurde unsere Grundschule
um den Bau einer neuen Turnhalle bereichert. Darüber freuten
sich nicht nur Schüler und Schülerinnen, sondern alle
sportbegeisterten Einwohner von Hauenhorst.
Was unsere Ortsgeschichte angeht,
möchte ich noch einige wichtige Daten aus den zwanziger
und dreißiger Jahren nachholen :
1926 führte man den Bau
der Straße von Bauer Wegmann bis zur Kirche Hauenhorst
durch.
1928 hat in Hauenhorst eine große
Verkopplung stattgefunden. Es wurden 1113 ha Landfläche
umgelegt. Infolge der Zusammenlegung erhielt die Bauerschaft
überall neue Wege.1929 baute man die Straße von Hauenhorst
nach Catenhorn aus.
1930 erhielt die Bauerschaft
Brochtrup eine Straße von der Kirche bis zum Brochtruper
Esch. Um diese Zeit werden sechs Holzbrücken durch massive
Brücken ersetzt.1931 erfolgte der Ausbau der Verbindungsstraße
vom Gehöft Wegmann bis zur jetzigen B 481.1934 wurde die
Straße Hauenhorst - Mesum ausgebaut.1929 errichtete der
Eisenbahnbauverein 11 Wohnungen, die auch heute noch nur den
Bediensteten der Deutschen Bundesbahn zur Verfügung stehen.
Die Firma Hammersen A. G. in Rheine erbaute 1936 an der Straße
Hauenhorst - Mesum 12 Wohnungen, die im Jahre 1936 von Arbeitern
der Firma bezogen wurden.Weitere 14 Wohnhäuser wurden in
den Jahren 1938 und 1939 von der gleichen Firma erstellt und
kurz vor Beginn des II. Weltkrieges bezogen. |
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Nach dem II. Weltkrieg galt es,
der erschreckend großen Wohnungsnot entgegenzusteuern,
unter der besonders die Familien der Vertriebenen litten. Schon
bald wurden in allen Gemeinden Bürgerversammlungen abgehalten,
auf denen zum Kleinsiedlungsbau im Rahmen des anlaufenden sozialen
Wohnungsbaues aufgerufen wurde. Die Siedler mußten ihre
Häuschen bis einschließlich Kellerdecke selbst erstellen.
Es war oft ergreifend, wie selbst amputierte Kriegsbeschädigte
unermüdlich in ihren Gruppen mitwirkten. Für einen
großen Teil dieser Neubauten hat die damalige Gemeinde
links der Ems unter erheblichen Opfern zunächst erst das
Baugelände beschaffen müssen, das dann den Bewerbern
in den meisten Fällen in Erbpacht oder zu verbilligten Grundstückspreisen
abgegeben wurde. So entstand durch die rege Bautätigkeit
auch in Hauenhorst an der Mesumer Straße ein ganz neuer
Ortsteil.
Die Gemeinde links der Ems hatte
sich inzwischen zu einer großen Gemeinde entwickelt. Hauenhorst
bildete in dieser Gemeinde, sowohl was die Einwohnerzahl angeht
als auch was die Entwicklung auf kommunalpolitischem Gebiet betrifft,
den Schwerpunkt. 1966 war die Einwohnerzahl von Hauenhorst auf
1725 und in Catenhorn auf 595 gestiegen. Daraus wird deutlich,
daß Hauenhorst nun endgültig die Entwicklung von der
Bauerschaft zum Dorf vollzogen hatte. |
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